Softwaretechnik-Praktikum Sommersemester 2015

Themen, Betreuer, Tutoren

Thema Gruppen Betreuer Tutor Architekturkonzept
Akteure, Angebote, Events – semantische Stadtteilplattform auf Drupal-Basis swp15-aae (Basisvariante) Prof. Gräbe Klemens Schölhorn Webanwendung, Drupal, RDF
Ein kartenbasiertes Multiplayer-Spiel swp15-gkp (Optionsvariante) Dr. Martin Franz Teichmann Semantische Technologien, Webanwendung
Interaktiver Haushaltsrechner für die Stadt Leipzig swp15-ihr (Optionsvariante) Prof. Gräbe
Herr Höffner
Marius Brunnert Webanwendung, Drupal, RDF
Link Discovery swp15-ld (Optionsvariante) Dr. Ngonga Felix Conrads Semantische Technologien, LIMES-Framework
Planungssoftware für Verteilaktionen swp15-lib (Optionsvariante) Herr Becker Robert Rößling Mobile Anwendung
Personalisierte Stundenpläne swp15-ps (Optionsvariante) Prof. Gräbe Klemens Schölhorn Webanwendung, Python, Flask
Partizipatorisches Virtuelles Museum swp15-pvm (Optionsvariante) Prof. Gräbe Franz Teichmann Webanwendung, Wordpress
Semantic Chess swp15-sc (Optionsvariante) Dr. Ngonga Felix Conrads Semantische Technologien, Webanwendung

Ablauf des Praktikums

Gruppenergebnisse in der Übersicht

Gruppe Thema Stärke Projektleiter/in Blatt 1 Blatt 2 Blatt 3MST 1 Blatt 4MST 2Blatt 5 Impl.-
Phase
Gesamt-
bewertung
swp15-aae AAE 3+4 Martin Lechner 10 9 10 8 7 7 7 6 2
swp15-gkp GKP 7 Phillip Pape 9 10 7 9 8 10 8 6.5 1
swp15-ihr IHR 6 Tobias Wieprich 8 9 7 8 10 8 6 9 1
swp15-ld LD 7 Sascha Hahne 9 7 8 9 6 9 7 5 2
swp15-lib LIB 8 Christian Blecha 10 10 8 8 9 10 10 8 1
swp15-ps PS 8 Yannik Völker 6 8 8 8 8 7 7 8 2
swp15-pvm PVM 5 Alexander Lieder 8 9 7 6 4 7 5 7 3
swp15-sc SC 6 Jonas Herrig 8 8 10 9 8 9 7 8 1

Ergebnisse der Gruppen im einzelnen

Gruppe swp15-aae

Immer wieder gibt es einzelne Studierende, die das Praktikum entgegen unserer Empfehlung in der Basisvariante absolvieren möchten. Meist scheitert das bereits daran, dass nicht genügend Studierende für ein Praktikumsteam zusammenkommen. In diesem Semester wurde mit einer Kombination von zwei Praktikumskontexten aus verschiedenen Modulen diesbezüglich Neuland beschritten – ein interdisziplinäres Team aus vier Nichtinformatikern und drei Informatikern hatte den Auftrag, eine bereits existierende Webseitensammlung zu einer semantische Stadtteilplattform auf Drupal-Basis für Akteure im Leipziger Osten weiterzuentwickeln.

In der Anfangsphase, der Anforderungsaufnahme und ersten Webentwürfen, wurde ein gutes arbeitsteiliges Vorgehen in Abstimmung mit lokalen Akteuren um Matthias Petzold vom Verein „Helden wider Willen e.V.“ erreicht. Probleme ergaben sich vor allem daraus, dass die Informatiker nicht genügend Zeit ins Praktikum investieren konnten, die Nichtinformatiker aber entsprechend ihres Plans zum Ende der Vorlesungszeit ihr Praktikum abzuschließen und mit ihrer Beteiligung an der Anforderungsanalyse hierfür auch genügend Substanz geliefert hatten. Zu diesem Zeitpunkt waren aber die Implementierungsarbeiten bereits arg in Zeitverzug geraten. Um den drei Informatikern dennoch einen erfolgreichen Abschluss des Praktikums zu ermöglichen, wurde dieses bis in den September hinein verlängert.

Die Hauptarbeiten in Bezug auf Strukturierung der Anwendung und konsistenter Anbindung an Drupal erfolgten in dieser Zeit im Wesentlichen durch zwei der drei Informatiker. Trotz dieser geringen Ressourcen entstand eine akzeptable Lösung, die Basis für die Weiterentwicklung durch die lokalen Akteure im Leipziger Osten ist.

Material:

Gruppe swp15-gkp

Ziel des Themas war es, ein kartenbasiertes Multiplayer-Spiel unter Verwendung von Realdaten in Form einer Webanwendung zu entwickeln. Im Verlauf der Anforderungsanalyse und des Softwareentwurfes wurde sich mit dem Studententeam auf die Entwicklung einer Adaption des Pacman-Spiels mit Bestenliste auf einem nahezu frei wählbaren realen Kartenausschnitt geeinigt. Die Anforderung, unter Verwendung semantischer Technologien Placemarks und Spielevents mit Bezug auf realen Daten einzubringen, wurde in Hinblick auf die aufgetretenen Schwierigkeiten bei der deterministischen Erstellung von Spielfeldern aus Kartendaten verzichtet. Diese Anforderung könnte in einem Folgepraktikum bearbeitet werden.

Es wurde in Form einer Webanwendung ein Spiel basierend auf dem Phaser Framework und OpenStreetMap implementiert, welches allen ausgehandelten Anforderungen genügt. Bei der Implementierung wurde von den Studenten das Dokumentationskonzept eingehalten und eine einfach erweiterbare Software realisiert.

Material:

Gruppe swp15-ihr

Jahrelang hatte die Stadt Leipzig einen Interaktiven Haushaltsrechner angeboten, womit sich Bürger über den Finanzhaushalt informieren und Vorschläge einbringen konnten. Trotz des großen Nutzens für die Bürgerbeteiligung scheute die Stadt 2014 diesen Mehraufwand und gab das Projekt auf. Im Rahmen eines BMBF geförderten Projekts von Uni und Stadt sollen die Möglichkeiten eines Relaunchs ausgelotet werden und dazu auf der Basis einer angemessenen Anforderungsanalyse ein neuer Prototyp eines Haushaltsrechners erstellt werden. Dazu hatte eine Interdisziplinäre Praktikumsgruppe bereits im Wintersemester 2014/15 im Rahmen eines Vorprojekts eine Anforderungsanalyse für eine Eigenentwicklung erstellt und die von der Stadt zur Verfügung gestellten Finanzdaten für 2014 in das RDF Data Cube Format konvertiert.

Der Praktikumsauftrag der Gruppe swp15-ihr bestand darin, auf der Basis dieser Anforderungsanalyse und Daten einen Interaktiven Haushaltsrechner prototypisch neu zum implementieren. Damit alle Bürger mit dem Haushaltsrechner umgehen können, ist einfache Bedienung und Barrierefreiheit zentral. Um Änderungswünschen der Stadt entgegenzukommen, sind weitreichende Konfigurationsmöglichkeiten nötig. Die Gruppe erreichte dies, indem sie das Open Source CMS Drupal mit einem existierenden Forumsmodul und einem neu entwickelten Modul erweiterte und eine für Farbenblinde geeigenete Visualisierung hinzufügte.

Vorbildlich war dabei die Zusammenarbeit mit der Interdisziplinären Gruppe, deren Arbeit zu Praktikumsbeginn noch nicht beendet war. Durch ein gemeinsames Teammitglied und ein Treffen beider Gruppen wurden Anforderungen mit den technischen Möglichkeiten vereinbart. Weiterhin glänzte die Gruppe mit selbstständigem Arbeiten und sehr gut vorbereiteten Präsentationen. Einziges Manko war die fehlende zeitliche Begrenzung von Vorschlägen.

Ein Teil der Gruppe arbeitet nach Praktikumsende weiterhin am Haushaltsrechner, um diesen den Wünschen der Stadt weiter anzupassen und auf deren Servern und Website offiziell aufzusetzen.

Material:

Gruppe swp15-ld

Die Berechnung von Links zwischen Wissensbasen im Linked Data Web ist sowohl zeitaufwendig als auch komplex. Mit dem LIMES Framework können Link Spezifikationen erstellt, gelernt sowie ausgeführt werden. Ziele des Praktikums waren die Konzeption sowie die Implementierung einer GUI für das Link Discovery Framework LIMES. Diese sollten die grafische Erstellung sowie das Lernen von Spezifikationen ermöglichen.

Die Bearbeitung der gestellten Aufgabe wurde sorgfältig und den Interfaces entsprechend durchgeführt. Somit kann die GUI auch für neuere LIMES Versionen eingesetzt werden. Die Mitglieder der Gruppe fanden schnell zu einer eigenen Gruppenstruktur. Die Entwicklung verlief weitestgehend wie vom Projektleiter erwartet. Ein etwas verspäteter Beginn der Entwicklungsarbeiten führte jedoch zu Verschiebungen in der Zeitplanung. Insgesamt ist die Leistung der Gruppe mit gut zu bewerten.

Material:

Gruppe swp15-lib

Das Praktikum hatte zum Ziel, eine mobile Anwendung zu entwickeln, mit der die Durchführung von Briefkastenverteilaktionen unterstützt werden kann. Zur besseren Planbarkeit ist es notwendig, die genaue Anzahl zu beliefernder Briefkästen zu kennen. Darüber hinaus kann die Verteilung optimiert werden, wenn bekannt ist, wie viele Briefkästen keine-Werbung-Aufkleber haben. Mit Hilfe der entwickelten App kann u.a. aus den vorgegebenen Routen eine Route ausgewählt werden, die dann abgearbeitet werden kann. Dabei lassen sich belieferte Häuser markieren sowie neue Häuser (z.B. durch Neubauten) hinzufügen. Mit Hilfe der App lässt sich eine Route besser planen, so dass Verteiler_innen weder zu viel noch zu wenig Material mitnehmen.

Die Bearbeitung der gestellten Aufgabe wurde durch die Gruppe sehr sorgfältig und eigenverantwortlich übernommen. Die Mitglieder haben sich eigenständig organisiert, notwendige Software-Werkzeuge installiert sowie die erforderlichen Scrum-Prozesse durchgeführt. Inhaltliche Fragen konnten schnell und unkompliziert geklärt werden. Es waren nur wenige Eingriffe seitens der Betreuer notwendig, da die Gruppenmitglieder in der Regel alle Aufgaben wie gefordert abgeschlossen haben.

Das Projektergebnis ist als sehr gut zu bewerten. Insbesondere die umfangreiche Dokumentation für Endanwender_innen sticht hervor. Aufbauend auf den in hervorragenden Vorarbeiten kann im nächsten Jahr eine Desktop-Anwendung entwickelt werden, die mit der App kommuniziert. Dadurch lassen sich Routen im Vorhinein planen und einzelnen Verteiler_innen zuweisen. Der praktische Einsatz der App ist spätestens ab Ende 2016 geplant.

Material:

Gruppe swp15-ps

Das Team hatte die Aufgabe, eine Webapplikation zu erstellen, die es Nutzern erlaubt, aus Daten zu Lehrveranstaltungen aus dem RDF Triple Store od.fmi.uni-leipzig.de personalisierte Stundenpläne im ics-Format zu erzeugen, die in gängige Kalenderapplikationen geladen werden können. Hierzu entschied sich die Gruppe, eine Python-Applikation auf Basis des Flask-Framework zu entwickeln, womit ein modernes softwaretechnisches Architekturkonzept zum Einsatz kam.

Die diesbezüglichen Vorkenntnisse waren in der Gruppe allerdings sehr inhomogen, so dass es immer wieder eine Herausforderung war, die Stärken der Gruppe zu organisieren sowie die Schwächen zu kompensieren und durch entsprechende Wissensvermittlung zu verringern. Die Reibungsverluste wurden dadurch verstärkt, dass auf die formalen Anforderungen an die Organisation des Projekts oft zu wenig Wert gelegt und damit gelegentlich Chaos produziert wurde, das bei etwas genauerer Planung hätte vermieden werden können.

Material:

Gruppe swp15-pvm

Am Institut für Kunstpädagogik wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten durchgeführt, in denen mit der Kombination von realer und virtueller Ausstellung experimentiert wurde. Dieser Ansatz soll in den nächsten Semestern im Konzept eines Partizipativen Virtuellen Museums weiter Gestalt annehmen. Das Team hatte die Aufgabe, auf der Basis einer vom Institut für Kunstpädagogik vorgelegten Konzeption die technische Basis für ein solches Museum zu entwerfen und prototypisch auf Wordpress-Basis zu implementieren.

Bei der Realisierung hatte die Gruppe vor allem mit organisatorischen Problemen zu kämpfen und fand erst mit Beginn des Sommersemesters zu einigermaßen strukturierten Arbeitsformen, die sich allerdings wenig an den im Kurs "Softwaretechnik" vermittelten Prinzipien orientierten. Entsprechend schwierig war es, eine wirklich verteilte Arbeit in der Implementierungsphase zu organisieren. Nach einer bewilligten Verlängerung wurde das Projekt dennoch erfolgreich zu Ende gebracht.

Material:

Gruppe swp15-sc

Schach gehört zu den ältesten Spielen der Welt und wird als kompetitive Disziplin bereits seit Jahrhunderten praktiziert. Dadurch ist eine beachtliche Menge an Daten zu Spielen, Spielern und Austragungsorten entstanden. Ziel dieses Praktikums war die Vereinfachung des Zugriffs auf diese Daten durch die Entwicklung eines Fragebeantwortungssystems für Schachdaten.

Die Gruppe erarbeitete eine entsprechende Lösung in beeindruckend selbstständiger Manier. Die erstellte Lösung begeistert bezüglich Laufzeit und Ergebnissen und bietet die Grundlage für eine Vielzahl zukünftiger Entwicklungen im Bereich domänenspezifischer Suchmaschinen. Die Arbeit wurde dementsprechend mit „sehr gut” bewertet.

Material: