Aufgabenstellung zum Software-Praktikum Sommersemester 2005

Thema »CAIE-Tailoring-Komponente«

Betreuer: Herr Kühne

Das Thema "CAIE-Tailoring-Komponente" gibt den Teilnehmern die Gelegenheit, an einem aktuellen Forschungsvorhaben, dem Projekt Integration Engineering, teilzunehmen. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt sind die Industriepartner IDS Scheer AG, Infoman AG und ISA Informationssysteme GmbH sowie die Forschungspartner Universität Leipzig, und das Fraunhofer IAO beteiligt. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Umsetzung von kooperativen Geschäftsprozessen auf eine integrierende, internetbasierte IT-Struktur. Dieses Vorgehensmodell soll durch ein Werkzeug, das Computer-Aided-Integration-Engineering-Tool (kurz: CAIE-Tool), unterstützt werden.

Wie aus der Vorlesung Softwaretechnik bekannt sein dürfte, bilden Vorgehensmodelle den Rahmen für die ingenieurmäßige Planung und Durchführung von Entwicklungsprojekten. Sie dienen der Gewährleistung bzw. Verbesserung der Prozessqualität, minimieren Projektrisiken, können zur Senkung von Projektkosten beitragen und bilden eine geeignete Kommunikationsgrundlage zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Der Allgemeingültigkeitsanspruch von Vorgehensmodellen erfordert für die Anwendung in realen Entwicklungsprojekten organisations- und projektspezifische Anpassungen.

Diese Anpassungen werden als Tailoring (engl. "schneidern", "maßschneidern") bezeichnet. Zusätzlich zur eigentlichen Bedeutung wird im Kontext von Vorgehensmodellen unter Tailoring auch die Anpassung bzw. Konkretisierung verstanden. Tailoring-Aktivitäten können während der Projektinitiierung (statisches Tailoring) aber auch während der Projektlaufzeit (dynamisches Tailoring) durchgeführt werden. Beim statischen Tailoring ist wiederum zwischen dem ausschreibungsspezifischen und dem projektspezifischen Tailoring zu unterscheiden. Beim ausschreibungsspezifischen Tailoring werden relevante Projektmerkmale erfasst. Diese führen zu einer Typisierung des geplanten Projekts und einer Auswahl von obligatorischen und optionalen Vorgehensmodellkomponenten. Das projektspezifische Tailoring beinhaltet weitere Anpassungen, wie die Wahl der Vorgehensstrategie und die Konkretisierung von Methoden, Werkzeugen und Artefakten.

Im Rahmen des Praktikums soll ein Werkzeug entwickelt werden, welches den Prozess des statischen Tailorings unterstützt. Hierzu müssen Beziehungen zwischen Vorgehensmodellbestandteilen identifiziert und Algorithmen für Konsistenzchecks entworfen werden. Weiterhin müssen Tailoring-Aktivitäten durch geeignete Operatoren unterstützt werden. Die technische Realisierung soll in Form einer Komponente erfolgen, welches sich in den bestehenden CAIE-Prototypen integrieren lässt. Für eine nahtlose Integration sind daher folgende technische Rahmenbedingungen relevant: